Neurophysiologische Bewegungsschulung

Unter Neurophysiologie versteht man die Lehre von den Funktionen und Mechanismen des Nervensystems unter Einschluss aller Sinnesorgane wie Gleichgewichts-, Tast-, Hör und Riechsinn, Geschmacks-, Temperatur-, Schmerz- und Kraftsinn sowie die Muskulatur, die unsere Bewegungen beeinflussen.

 

Das Zentrale Nervensystem steuert unter anderem die statisch-motorische Entwicklung des Neugeborenen zum Erwachsenen. Diese unterliegt Gesetzmäßigkeiten und erfolgt in einer festgelegten Reihenfolge. Die Einhaltung der einzelnen Entwicklungsschritte ist die Voraussetzung für eine gesunde motorische Entwicklung.

 

Mit der Motorik begegnet der Mensch seiner Umwelt, entsprechend den durchlaufenen Entwicklungsschritten. Physiologische, motorisch intakte Abläufe sind die Voraussetzung für ein seelisch und geistig gesundes Leben. Wahrnehmen und Bewegen sind als eine biologische Einheit zu sehen.

Wirkung

Die Neurophysiologische Bewegungsschulung führt bei Säuglingen zur Ausreifung und Hemmung frühkindlicher Reflexaktivitäten, es kommt zur Tonusnormalisierung. Kindern und Jugendlichen verhilft die Therapie zu einem gut organisierten Gehirn und guter Körperhaltung.

Erwachsene bekommen die Chance, krankmachende und belastende Bewegungsabläufe zu erkennen sowie Muskelfehlspannungen dauerhaft zu korrigieren und neue Bewegungsabläufe zu integrieren.

Symptome

Muskeltonusstörung, Muskelhypotonus, Muskelhypertonus, Hyperaktivität, Hüftdysplasie, Schiefhals, Sichelfüße, Skoliosen, 3-Monats-Koliken, Verdauungsstörungen, Trinkschwächen, Saug-, Schluck- und Sprachstörungen, verzögerte oder abnormale Entwicklung, zum Beispiel Kind krabbelt nicht, Schreikinder, Störung in der Fein- und Grobmotorik, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Wahrnehmungsstörungen, ADS, ADHS, KISS / KIDD.

Diagnose

Bei den Vorsorgeuntersuchungen eines Kindes werden verschiedene Reflexe und Reaktionen geprüft, deren geringste Abweichungen von der Norm aus neurophysiologischer Sicht behandlungsbedürftig sind. Dazu zählen nicht nur die oben genannten Symptome, sondern auch angeborene geburtstraumatische Probleme, wie zum Beispiel Schädel- und Gesichtsasymmetrien sowie Früh- und Kaiserschnittgeburten. Die beim Säugling oft sehr schwach ausgeprägten Symptome werden häufig nicht erkannt oder nicht ernst genug genommen. Oft kommen solche Kinder erst zur Therapie, wenn die Eltern oder der Lehrer offensichtliche Störungen auch im Verhalten bemerken.

Das sollten Sie wissen

Kinder müssen und sollen sich bewegen, weil Bewegung das Gehirn stimuliert, es also mit »Nahrung« versorgt. Heranwachsende Kinder mit motorischen Störungen sollten sich aber nicht ungezielt bewegen, hierzu zählen leider auch Toben, Rennen und Hüpfen!

Erklärung

Wenn der Mensch einen erhöhten Muskeltonus hat, verstärkt sich dieser besonders in der aufrechten Bewegung, also im Stehen. Abnorme Muskelspannungen in einem Teil des Körpers produzieren abnorme Druck- oder Spannungsphänomene in anderen Körperteilen sowie in den Sinnesorganen.

Ziel der Therapie

Ziel der Therapie ist es die Reifung der Körperaufrichtung unter Berücksichtigung aller Sinnesorgane in ihren notwendigen Abläufen zu ermöglichen.


Die Krabbelphase, ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung eines Kindes!

Warum? Bei einem Kind, welches mehr robbt, kriecht, auf dem Po rutscht oder auf allen Vieren im Bärengang geht, reift das zentrale Nervensystem nicht optimal heran, es kann zu unreifen Nervenverbindungen kommen. Ebenfalls bei Kindern, die nur sehr kurz krabbeln.

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